Bei Baggerarbeiten im Flussbett der Mosel
beschädigte der Zahngreifer vom eingesetzten Schwimmbagger unterhalb
der Sohlentiefe eine Rohrleitung. Die Taucher vom Wasser- und
Schifffahrtsamt
Trier führten die Reparaturen aus.
Die Situation
Einige Stunden nach der Beschädigung stellte sich heraus, dass
es sich um ein als Dückerleitung verlegtes Wasserrohr des am linken
Ufer liegenden Stadtteils von Trier handelte. Nach Aussage eines Mitarbeiters
vom Wasserwerk war der Dücker etwa sechs bis acht Jahre vor dem Ausbau
der Mosel zur Schifffahrtsstraße unter die damalige Fluss-Sohle verlegt worden. Das Alter der Leitung betrug etwa 40 Jahre. Durch eine
Preßluftdruckprüfung wurde das Leck genau lokalisiert. Die
anschließende Untersuchung durch Taucher ergab folgendes Bild:
Die Rohrleitung selbst war nicht zu erkennen. Der Luftaustritt aus dem
Leck verteilte sich auf einer Fläche von etwa einem Quadratmeter.
Aufgrund der Taucheruntersuchung wurden verschiedene Reparaturmöglichkeiten
in Erwägung gezogen.
Reparaturvorschläge
1. Die Dückerleitung im Bereich der Schadstelle freilegen
2. Das Leck mit einer Reparaturschelle freilegen
3. Sollte die Schadstelle größer sein, etwa in Breite des Zahngreifers,
müsste eine Teilerneuerung in einer Länge von ca. zwei
Meter durchgeführt werden. Hierbei währe es erforderlich gewesen,
das beschädigte Teilstück aus der freigelegten Dückerleitung
herauszubrennen und das neue Teilstück in entsprechender Länge
beidseitig mit Reparaturschellen zu verbinden, um eine durchgehende Rohrleitung
herzustellen.
Bei den Schellen handelte es sich um spezielle Reparaturschellen
mit dem geforderten Durchmesser. Sie bestanden aus zwei Halbschalen, die
miteinander verschraubt wurden und auf der Innenseite mit einer dicken,
rippenförmigen Gummidichtung versehen waren.
Für den Reparaturvorschlag drei wurde wegen der zu erwartenden Reparaturdauer
zwischenzeitlich eine Notversorgung unter Einsatz des Technischen Hilfswerks
eingerichtet.
Vorbereitungen
Eine besondere Schwierigkeit für die Taucherarbeiten war die Lage
des Einsatzortes: Schifffahrtsrinne mit Begegnungsverkehr. Durch einen
Wahrschaudienst (Regelung des Schiffsverkehrs) wurde der Schiffsverkehr
entsprechend gelenkt.
Nachdem dies Vorbereitungen getroffen und die Ersatzbeschaffung, Schweiß-
und Schneidegerät, Sauerstoff, Stromaggregat, Wasserpumpe und Spülgerät
vor Ort waren, wurde mit den Taucherarbeiten begonnen.
Schadensermittlung
Um das genaue Ausmaß des Schadens erkennen zu können, musste
das Leck freigelegt werden. Hierfür war der weitere Einsatz des Baggers
zu gefährlich. Daher wurde nun vom Taucher eine Spüllanze eingesetzt.
Nach einiger Zeit war die obere Rohrfläche zu erkennen.
Das Leck in der Rohrleitung bestand aus einem etwa
zwei mal drei Zentimeter großen Loch. Die Leitung war so verformt,
dass die Ränder des Lecks nach außen aufgebogen waren.
Daher konnte keine Reparaturschelle angebracht werden.
Die Spülarbeiten wurden fortgesetzt und die Dückerleitung
auf einer Länge von ca. 0,5 m freigelegt. Dies gestaltete sich als
sehr schwierig, weil der Arbeitsbereich mit zunehmender Tiefe trichterförmig
wurde. Da eine weitere Beschädigung nicht zu erkennen war, entschied
man sich für die folgende Reparatur:
Reparatur
Der aufgebogene Teil des Lecks wurde weggebrannt und die alte Isolierung
entfernt. Ein Reparaturblech 15 mal 20 cm wurde vorbereitet. Um die genaue
Biegung der Reparaturstelle zu kopieren, wurde das Blech aus dem neuen
Rohr, welches für den oben erwähnten Reparaturvorschlag vorgesehen
war, herausgebrannt.
Das Blech wurde auf der Leckstelle durch verkeilen justiert und durch
Mehrlagenschweißungen unter Verwendung von 3,25 mm UW- Schweißelektroden
fixiert.
Prüfung
Nach Beendigung dieser Arbeiten wurde vom Wasserwerk eine Druckprobe mit
sechs Bar über drei Stunden durchgeführt. Die Reparaturstelle
war abgedichtet. Nach Abschluss der Reparatur wurde noch auf Verlangen
des Wasserwerks eine UW- Videodokumentation über den Zustand der
Reparaturstelle angefertigt.
Abschließend wurde der Arbeitsbereich mit Baggergut bis zur Sohlenhöhe
verfüllt.
Die Reparatur der Dückerleitung war abgeschlossen.
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