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| Reportage |
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Fort BovisandEines der größten Tauchausbildungszentren in Europa |
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Fotos: Dave Peake |
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von Regine Frerichs |
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| Die alte Festung "Bovisand" hat eigentlich zwei Geschichten: Ihre ureigenste als Bollwerk gegen Britanniens Feinde und eine zweite -seit über 30 Jahren- als Tauchmekka des Nordens.
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Blick vom Hafen auf die alten Geschützstände des Forts |
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Die Angriffspläne dieser von Phillip II. entsandten
Flotte waren der britischen Krone zuvor bekannt geworden. Plymouth, im
Südwesten von Großbritannien in der Grafschaft Devon gelegen, galt es
schon damals gegen Angriffe von See her zu schützen. Im ausgehenden Mittelalter wurde eine Festung auf Drake's Island errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde in Bovisand ein Frischwasserreservoir angelegt, so dass Plymouth für die Versorgung der größeren Schiffe nicht mehr angelaufen werden musste. Der Frischwassertank lag oberhalb von Bovisand in den Hügeln. Von dort verliefen Wasserleitungen hinunter zum Hafen. Diese Leitungen sind heute noch teilweise vorhanden. Bei schlechtem Wetter ist der Plymouth Sound nur schwer gegen die auflaufende See wieder zu verlassen. Daher bleiben heute noch Schiffe, die den Sound bald wieder verlassen müssen, bei Erwartung ungünstigen Wetters auf Reede liegen.
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Hafenbecken bei Sturm: Zeit für den theoretischen Unterricht |
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Im Laufe der Jahre wurden immer komplexere Verteidigungsanlagen gebaut. So liegt das Fort Bovisand, welches zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet und ständig erweitert wurde, auf der anderen Seite des Sounds gegenüber der Festungsanlage Fort Picklecombe. In den späten zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde eine Mole (Breakwater) als Wellenbrecher in die Mitte des Sounds gesetzt. Um 1860 wurde unmittelbar hinter der Mole ein
drittes Fort gebaut, das Breakwater Fort. Dieses kontrollierte fortan mit Fort Bovisand,
Fort Picklecombe und Drake’s Island den Plymouth Sound. Aufstieg wie Phoenix aus der Asche Fort Bovisand heute Ein neues Gebäude befindet sich gleich neben den Kasematten. Hier sind zwanzig Appartements zur Unterbringung weiterer Gäste entstanden. Jedes Appartement hat Balkon und gewährt Blick über das Wasser. Die Verpflegung für die Taucher wird in der betriebseigenen Küche zubereitet. Dreimal täglich gibt es warme Küche, die kaum etwas zu wünschen übrig lässt. Oberhalb der Geschützstände am Hang liegt die ursprüngliche, alte Festung. Hier gibt es weitere Unterbringungsmöglichkeiten, Waschräume und eine Küche für Selbstversorger. Auch Fotografen können auf ihre Kosten kommen. Fort Bovisand verfügt über eine eigene Dunkelkammer. Regelmäßige Fotowettbewerb auf internationaler Ebene werden durchgeführt.
Die Tauchausbildung
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Auf der Arbeitsplattform steht den Auszubildenden eine Taucherglocke zur Verfügung. |
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Die Berufstaucherausbildung in Großbritannien ist standardisiert und international anerkannt. Die Kurse dauern zwischen dreieinhalb und neun Wochen. Der “Professional Scuba Diver” ist der erste der Kurse. Hier wird – vergleichbar der Forschungstaucherausbildung in Deutschland – autonom und an der Leine getaucht. In der Praxis werden verschiedene Arbeitsmethoden unter Wasser gelehrt. Rettungsübungen gehören ebenso zur Ausbildung wie Theorie. Dieser Kurs ist der erste Schritt zum voll einsetzbaren “Commercial Diver”. Gleichzeitig aber ist dies die Ausbildung für tauchende Kameraleute und Wissenschaftler. Der nächste Kursus ist der “Inshore Diver”. Hier wird überwiegend mit Helm und schlauchversorgt getaucht. Die Taucher üben den Gebrauch von Druckluft- und Hydraulikwerkzeug. Der “Offshore Diver” wird in entsprechenden Tiefen geschult. Tauchgänge bis 50 Meter Tiefe und Oberflächenrekompression – wie im richtigen Leben: So, wie es heute auf fast allen Plattformen gehandhabt wird. Weiterhin werden diverse Aufbaukurse angeboten: Zum Beispiel auch Inspektionskurse oder Bedienerkurse für ROVs (Remote Operated Vehicles). Aufbaukurse verlangen eine bestimmte Anzahl nachgewiesener Tauchstunden, die zwischen den Kursen währen der Arbeit bei einem Tauchunternehmen geleistet werden müssen. Es gibt einen großen Unterschied zu der Tauchausbildung bei uns: Die Taucher müssen ihre Ausbildung selbst bezahlen. Je nach Länge der Ausbildung müssen schon einige Tausend Pfund hingelegt werden. Dafür muss sich ein Taucher jedoch nicht auf einen der wenigen Ausbildungsplätze bewerben und ist aufgrund der konzentrierten Ausbildung in wenigen Wochen (pro Kurs) fertig. Bis zur Zulassung zum “Offshore Diver” dauert es in der Regel jedoch einige Jahre. Die Ausbildungsmöglichkeiten Gleich nebenan ist ein Druckkammerzentrum mit fester und mobiler Druckkammer. Die zweite Station liegt im Hafen. Hier gibt es die Möglichkeit mit Druckluft- und Hydraulikwerkzeugen zu arbeiten. Wer im Breakwater Fort arbeitet, fährt morgens mit dem Schlauchboot hinüber. Dieses Fort soll in Zukunft weiter ausgebaut werden: Unterkünfte und Küche werden entstehen, da hier die Bedingungen denen bei Offshore- Arbeiten entsprechen.
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Taucher auf dem Weg zum Breakwater Fort |
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Unter Wasser liegen hier verschiedene Objekte, an denen gearbeitet wird. Mit einem Fahrkorb werden die Taucher von der ca. 10 Meter hohen Arbeitsplattform bis auf den Meeresgrund hinabgelassen. Von dort aus orientieren sich die Taucher an ausgebrachten Leinen. Eine weitere Ausbildungsstation ist ein Arbeitsponton. Hier werden die tieferen Tauchgänge durchgeführt. Auf dem Ponton befindet sich eine Druckkammer. Des weiteren steht hier eine Taucherglocke zur Verfügung. Zu jedem Lehrgang gehören Rettungsübungen. Aus Sicherheitsgründen wird der Rettungstaucher von den Ausbildern gestellt. In “Fort Bovi” arbeiten ca. 60 Taucher, Verwaltungsangestellte, Köche, Raumpflegerinnen und sonstiges Personal, das für ein Unternehmen dieser Art benötigt wird. Während der Sommersaisonarbeiten sind es einige Taucher mehr. Die Manager und Ausbildungsleiter sind Berufstaucher. Zumeist haben sie gleichzeitig eine PADI- Instructor-Ausbildung. Eine angenehm entspannte Atmosphäre herrscht in Bovi. Berührungsängste zwischen Sport- und Berufstauchern gibt es wenig. Der Tauchbetrieb ist bis auf zehn Tage im Jahr (über Weihnachten und Neujahr) immer geöffnet. Selbst zur kalten Jahreszeit kann man nach Feierabend erstaunlich viele Taucher antreffen, die noch mal schnell “eintauchen” wollen oder einen Kursus belegt haben.
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